|
Zu lieblich ist's, ein Wort zu brechen,
Zu schwer die wohlerkannte Pflicht, Und leider kann man nichts versprechen, Was unserm Herzen widerspricht.
Du übst die alten Zauberlieder, Du
lockst ihn, der kaum ruhig war, Zum Schaukelkahn der süßen Torheit
wieder, Erneust, verdoppelst die Gefahr
Was suchst du mir dich zu verstecken! Sei
offen, flieh nicht meinem Blick! Früh oder spät mußt ich's entdecken,
Und hier hast du dein Wort zurück.
Was ich gesollt, hab ich vollendet; Durch
mich sei dir von nun an nichts verwehrt; Allein verzeih dem Freund, der
sich nun von dir wendet Und still in sich zurücke kehrt.
|
|
Knabe saß ich,
Fischerknabe, Auf dem schwarzen Fels im Meer, Und bereitend falsche
Gabe, Sang ich, lauschend rings umher. Angel schwebte lockend nieder;
Gleich ein Fischlein streift und schnappt, Schadenfrohe Schelmenlieder -
Und das Fischlein war ertappt.
Ach! am Ufer, durch die Fluren, Ins Geklüfte tief im
Hain, Folgt ich einer Sohle spuren, Und die Hirtin war allein. Blicke
sinken, Worte stocken! - Wie ein Taschenmesser schnappt, Faßt sie mich
in die Locken, Und das Bübchen war ertappt.
Weiß doch Gott, mit welchen Hirten Sie aufs neue sich
ergeht! Muß ich in das Meer mich gürten, Wie es sauset, wie es weht.
Wenn mich oft im Netze jammert Das Gewimmel groß und klein; Immer
möcht ich noch umklammert Noch von ihren Armen sein! |
|
Schönste Tugend einer Seele, Reinster
Quell der Zärtlichkeit! Mehr als Biron, als Pamele Ideal und Seltenheit!
Wenn ein andres Feuer brennet, Flieht dein zärtlich schwaches Licht; Dich
fühlt nur, wer dich kennet; Wer dich kennt , der fühlt dich nicht.
Göttin, in dem Paradiese Lebtest du mit
uns vereint; Noch erscheinst du mancher Wiese Morgens, eh die Sonne
scheint. Nur der sanfte Dichter siehet Dich im Nebelkleide ziehn; Phöbus
kommt, der Nebel fliehet, Und im Nebel bist du hin.
|
|